Burg Freyenstein

Westflügel
Westflügel

Zum ersten Mal ist eine Schloss- bzw. Burganlage in Freyenstein für das Jahr 1332 beurkundet. Ob es sich bei diesem "Raubritternest" um die Ursprünge der heutigen Burg oder des Schlosses handelt, bleibt offen, da Reste diese Anlage noch nicht genau identifiziert werden konnte. Sicher ist jedoch, dass im Jahre 1556 durch Konrad von Rohr, dem damaligen Herrn Freyensteins mit dem Bau einer dreiflügligen Schlossanlage - heute die Burg genannt - im östlichen Teil des Schlossparks begonnen wurde. Ausführender Architekt war Domenicus Paar, Sohn einer angesehenen italienischen Baumeisterfamilie. Paar plante das Gebäude im Stile der Renaissance, aber wahrscheinlich ist dieser Bau nie komplett fertig gestellt worden.

Das Schicksal dieses Baues wurde ganz offensichtlich durch die angesammelten Schulden der Gutsherren nicht gefördert. Das zwang sie dazu, am Anfang des 30-jährigen Krieges das Gut an die Familie von Winterfeld zu verkaufen. Wie aus Unterlagen hervorgeht, war der Zustand des Schlosses während des 17. Jahrhunderts sehr schlecht. Es wurde mehrfach verpachtet, unter anderem an die Familie von Hahn. 1677 heißt es in einem Schreiben an Joachim von Winterfeld, dass die Burg bereits bei der Besitzübertragung an die von Hahns ein verwüstetes, fast unbrauchbares Gebäude gewesen sei. Auch das Fundament schien bereits "hier und da zu weichen". Sollten die von Winterfelds Interesse an der Erhaltung des Gebäudes haben, so der Autor des Schriftstücks, müssten alsbald Baumaßnahmen durchgeführt werden. Unter den von Winterfelds wird das desolate Gebäude schließlich zweckentfremdet und fortan als Brauhaus und Branntweindestille genutzt. Der Zustand des Gebäudes verschlechtert sich in den folgenden Jahren weiterhin, bis die Burg 1695 regelrecht zerfällt. Erst geraume Zeit später, nach dem Zweiten Weltkrieg, gelangt die Burgruine wieder in den Blickpunkt der Bewohner Freyensteins. Diesem Interesse verdankt die Burg die Wiederherstellung des noch erhaltenen Treppenturms sowie Teilen des Westflügels zwischen 1968 und 1974.

Den heutigen Besuchern werden bei einem Blick auf die Fassade der Burg sicherlich die braunroten ziegelartigen Tonverzierungen besonders auffallen. Diese Terrakotten akzentuieren die einzelnen Stockwerke und verschönern den Eindruck der Außenwand. Sie sind in fortlaufenden Reihen angeordnet. Die dazwischen liegenden freien Flächen werden durch Medaillons belebt, die diverse Porträts zeigen. Eines dieser Medaillons mit der Inschrift "Hector vod Roi" zeigt das Porträt des Bauherrn Konrad von Rohr. Sein Bildnis in Dreiviertelansicht stellt den Bauherrn in reicher, zeitgenössischer Tracht dar. Die Terrakotten kamen vermutlich aus der Werkstatt des Lübecker Meisters Statius von Düren. Allerdings sind 75% des heutigen Bestandes Nachbildungen von der berühmten Hedwig Bollhagen aus Marwitz, die sie nach alten Abbildungen und Abgüssen angefertigt hatte.

Von der ursprünglichen Inneneinrichtung des Baus ist heute nichts mehr vorhanden. Die Räume der Burg werden heute zum einen als Veranstaltungsräume für  Vorträge, Lesungen und sogar Eheschließungen genutzt und zum anderen beherbergen sie eine kleine kulturhistorische Ausstellung Freyensteins. Diese Ausstellung gibt Einblick in das Leben und die Arbeit der Freyensteiner. So werden dem Besucher beispielsweise altes Werkzeug, landwirtschaftliches Zubehör und Kleidung präsentiert. Die gezeigten Ausstellungsstücke wurden zum größten Teil von den Einwohnern Freyensteins zur Verfügung gestellt, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Ab Mitte August 2013 wird im 1. OG der Burg der MTV Freyenstein 1863 e.V. ( ursprünglich " Männerturnverein Freyenstein " ) -heute die Heimat verschiedener Sportgruppen- eine Ausstellung anlässlich des 150 jährigen Bestehens dieses Freyensteiner Traditionsvereins präsentieren.

 

Die Besichtigung der Burg kann nach Anmeldung in unserem Tourismusbüro Freyenstein, Altstadt 11 (Archäologischer Park) zu den Öffnungszeiten erfolgen oder telefonisch unter 033967 60057 bzw. per E-Mail an   angemeldet werden.

 

Fragen zur MTV- Ausstellung an:

Christa Ziegenbein, Tel. 033967 60433 oder 01733174312

Walter Eisermann, Tel. 033967 60439

Marktstr. 48
16909 Wittstock OT Freyenstein

Telefon (033967) 60333 (Schlossbibliothek
Telefon (033967) 60057 ( Touristinformation)

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