Freyenstein
In der Ostprignitz des brandenburgischen Landes, zwischen Wittstock und Meyenburg, liegt Freyenstein. 1263 wird "Vriegenstene" erstmals urkundlich erwähnt. Seine Entwicklung ist bis heute ereignisreich und von vielen kriegerischen Auseinandersetzungen begleitet. Das Gesicht der Stadt ist von dem regelmäßigen Straßenraster mit den geschlossenen Häuserzeilen stark geprägt. Die großen Toreinfahrten in den Wohnhäusern zeugen von der langen Tradition des Ackerbaus. Hinter fast jedem Haus befand sich ein Wirtschaftshof mit Nebengebäuden und Stallanlagen. Die großen Scheunen wurden allerdings aufgrund der Brandgefahr an den Ortsrand verlegt. Sie sind heute nur noch vereinzelt zu sehen, da die meisten zu DDR-Zeiten abgerissen wurden. Anfang der 1950er Jahre wurde in Freyenstein eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands in eine Agrargenossenschaft umgewandelt wurde. Diese vielfältigen, geschichtlichen Ereignisse haben in Freyenstein ihre Spuren hinterlassen und seine Einwohner geprägt. Der kämpferische Geist der Bevölkerung, um den Erhalt des Ortes ist immer noch zu spüren. Der gleiche Geist, welcher die Bewohner 1287 dazu veranlasste, nach einem Überfall des mecklenburgischen Fürsten, die damalige Stadt nach der völligen Zerstörung ein Stück weiter nahe der Flussniederung wieder aufzubauen. Die Stadtwüstung an der Ortsgrenze zeigt den alten Standort der Stadt. Ausgrabungen von 1980-87 brachten Kellerreste einer mittelalterlichen Stadtanlage zu Tage. Daraus ließ sich der ungefähre Umriss der alten Stadt rekonstruieren. Durch ihre Größe und den regelmäßigen Plan der Anlage gehört die heutige Stadtwüstung zu den bedeutendsten archäologischen Bodendenkmälern Deutschlands.

Doch Freyenstein hat noch mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wenn man aus Wittstock kommend die Stadtgrenze passiert, erreicht man als erstes das Schloss. Der erhaltene Seitenflügel der Anlage beherbergt eine kleine stadtgeschichtliche Ausstellung, einen alternativen Büchermarkt und eine Touristeninformation. In speziellen Führungen kann das spätmittelalterliche, restaurationswürdige Schloss besichtigt werden. Unweit der Schlossanlage erhebt sich der verbliebener Teilbau einer Burg an einem kleinen Weiher. In diesem Gebäude wird zu Lesungen oder anderen Veranstaltungen in historischer Kulisse geladen.

Durch den typisch mittelalterlichen Aufbau des Ortes liegt die Kirche im Stadtkern und bildet mit dem gegenüberliegenden Marktplatz das Zentrum. 1325 fertig gestellt, ist die Marienkirche das älteste Bauwerk des Ortes und bietet mit ihren außergewöhnlichen Architekturdetails einen besonders beeindruckenden Anblick.
Freyenstein mit seinen Monumenten liegt inmitten einer Landschaft artenreicher Flora, die zu langen Spaziergängen einlädt. Freyenstein bietet seinen Besuchern eine lohnenswerte Entdeckungsreise zwischen Vergangenheit und Gegenwart.




