Schloss Freyenstein


Nach einer Reihe von feindlichen Übergriffen und der Zerstörung der ersten Stadt Freyenstein wurde sie neben der alten Stadt 1287 wieder aufgebaut. Zwei Generationen später entschloss sich dann im Jahre 1350 Markgraf Ludwig den vermögenden Adalbert von Rohr als Lehnsherrn einzusetzen, um die Grenzen bei Freyenstein zu überwachen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erbaute die Familie von Rohr neben einer bereits vorhandenen Burganlage ein so genanntes "Festes Haus", heute Schloss genannt. Diese Kombination von Schloss- und Burganlage setzte die ursprüngliche Verteidigungsfunktion des Ortes fort. Durch Verschuldung sah sich die Familie gezwungen, das Schloss zu Beginn des 30-jährigen Krieges zu verkaufen. Damit zog das Adelsgeschlecht der von Winterfelds 1620 in das Schloss zu Freyenstein ein. Es wurde begonnen, das Schloss als Wohnsitz der Familie auszubauen und das Innere dem Zeitgeschmack entsprechend umzugestalten. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde das rechteckige Innere des Schlossturms gerundet, indem eine hölzerne Wendeltreppe einbaut wurde, die heute noch benutzt wird. Verkleinert wurden auch die großen Säle des Schlosses im zweiten Obergeschoss, die in Stuben und Kammern umgewandelt wurden.

Nach dem 30-jährigen Krieg 1659 sah sich Dietloff Burchard von Winterfeld "aus erheblichen Uhrsachen" gezwungen, das Gut Freyenstein mit einer Rückkaufoption zu veräußern. Bis 1663 waren die Besitzer des Gutes, die Geschwister von Hahn und die Ehegatten von Hacke und von Maltzahn, damit beschäftigt, die Gutswirtschaft wieder herzustellen. Nach dem jahrzehntelangen Krieg lag die Priorität bei dem Wiederaufbau der Bauernhöfe und der Bestellung des Feldes. Die Erhaltung des Schlosses blieb zweitrangig. Dazu fehlten den Besitzern auch auf Dauer die finanziellen Mittel und so konnte Joachim von Winterfeld erst im Jahre 1701 Freyenstein zurückkaufen. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts begann man mit einer erneuten Instandsetzung der Innenräume und der Fassade. Eine zeitgenössische Umgestaltung ist heute noch an der farbigen Wandbemalung im ersten Obergeschoss zu erkennen.

Die Geschichte des Schlosses zu Freyenstein wurde fortwährend von der Familie von Winterfeld geprägt. Bis 1938 war Friedrich von Winterfeld der letzte Schlossherr. Früh Witwer geworden, bewohnte er zuletzt nur noch ein kleines Zimmer im zweiten Obergeschoss des Schlosses mit Blick auf die Stadt. Schon zu seinen Lebzeiten wurde das Schloss von 1926 bis 1945 als Hotel genutzt. Der damalige Betreiber hatte im Erdgeschoss eine Gaststätte eingerichtet. Die Wände der Gasträume waren mit prachtvollen Trophäen geschmückt und die Küche genoss einen guten Ruf.
Im ersten Obergeschoss waren Fremdenzimmer eingerichtet, die um den von Winterfeldschen Ahnensaal herum angeordnet waren. Von den dort befindlichen 15 Ahnenbildern fiel ein Großteil der Zerstörungswut am Ende des Zweiten Weltkrieges zum Opfer, als man es auf das Blattgold der Rahmen abgesehen hatte. Nachdem das Schloss nach dem Weltkrieg zuerst als Flüchtlingsunterkunft gedient hatte, zog 1951 die Freyensteiner Schule ein, bis deren Neubau 1964 bezugsfertig war. Die unteren drei Klassen blieben jedoch genauso wie ein Schulhort weiterhin im Schloss. Erst 1976 wurde der Schulbetrieb in den alten Räumen vollständig eingestellt. Bis zur Wende 1990 beherbergte das Schloss im zweiten Obergeschoss einen Teilbetrieb des Obertrikotagenwerkes Wittstock.

Gleichzeitig befanden sich ein großer Vortragssaal, mehrere Clubräume und die Stadtbibliothek in den Geschossen darunter. Von 2001bis 2011 war der "Alternative Büchermarkt" der einzige "Schlossbewohner".der  Büchermarkt befindet sich jetzt im Mehrzweckgebäude, Altstadt 11. Hier kann man Bücher der letzten Jahrzehnte aus allen Fachgebieten preisgünstig erwerben. 

Marktstr. 48
16909 Wittstock OT Freyenstein

Öffnungszeiten:
Wegen langfristigen Bau- und Sanierungsarbeiten ist es nicht möglich,das Schloss zu besichtigen. Das Tourismusbüro Freyenstein befindet sich bis 2014 im Archäologischen Park Freyenstein, Altstadt 11, Telefon 033967 60057.
Besichtigungen der Burg erfolgen vom Archäologischen Park aus. Die Anmeldung von Führungen ist ebenfalls dort möglich.
Öffnungszeiten in der Saison 01.04. bis 31.10.:
Montag-Freitag von 10.30 Uhr - 16.30 Uhr,
Sa., So., Feiertag von 13.00 - 17.00 Uhr.
Von November bis März Führungen für Gruppen ab 8 Personen nur nach telefonischer Voranmeldung.
Der Alternative Büchermarkt befindet sich bis 2014 im Mehrzweckgebäude, Altstadt 11.